“Kuenstliche Befruchtung” im Islam

Adrian Michael Schell
ZUR ASSISTIERTEN REPRODUKTION AUS DER SICHT DES ISLAMS
Eine erste Einführung

Begriffsbestimmung:

Unter assistierte Reproduktion versteht man aus medizinischer Sicht therapeutische Maßnahmen, die außerhalb der sexuellen Begegnung von Mann und Frau die Befruchtung von weiblichen Keimzellen (Eizellen) ermöglichen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird diese Methode als „Künstliche Befruchtung” bezeichnet. Dieser Ausdruck ist letztlich nicht ganz richtig, denn die Befruchtung zwischen Spermien und Eizelle verläuft genauso, wie sonst im Eileiter. Es ist also nicht die Befruchtung selbst, sondern nur ihr Ort “künstlich”.  Die Befruchtung außerhalb des Körpers (extrakorporale Befruchtung, auch kurz als IVF bezeichnet), wird seit 1978 in der Behandlung z. B. bei unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt. Die Schwangerschaftsrate nach IVF ist in hohem Maße z.B. von der zur Sterilität führenden Störung abhängig. Ein zweiter wichtiger Faktor ist das Alter der Frau. Weltweit werden die Schwangerschaftsraten mit ca. 25% pro Transfer angegeben. Da man damit rechnen muss, dass ca. 20% der Schwangerschaften in einer meist frühen Fehlgeburt enden, liegt die Rate der Frauen, die tatsächlich ein Kind bekommen, bei ca. 20% pro Versuch.

Die am meisten diskutierten Therapien sind:

- die künstlich intrauterine Insemination (u.a. „Samenspende“)

- die In-vitro-Fertilisation (IVF) mit Embyonentransfer

- die intrazytoplasmatische Spermieninjektion („echte“ künstliche Befruchtung)

- und die Leihmutterschaft

Exkurs: Es wird diskutiert, überzählige Embryonen, die bei der IVF entstehen, für die Stammzellenforschung zu verwenden. Stammzellen sind Zellen in einem Entwicklungsstadium von dem aus sie sich in mehr als 200 verschiedene Gewebearten entwickeln können. Die überzähligen Embryonen werden aufgetaut und wachsen im Labor vier Tage lang. Ausgehend von diesem Entwicklungsstadium konnten US-Forscher erstmals 1998 Stammzellen gewinnen, die sich unentwegt teilen, jedoch nicht zu einem Baby heranwachsen.

Vorbemerkung:

Die mir vorliegenden Quellen beschreiben nur einen kleinen Ausschnitt der aktuellen, innermuslimischen Diskussion zu diesem Thema. Wie im Judentum, so gibt es auch im Islam ein großes Spektrum von Lehrmeinungen. Da in deutscher Sprache nur sehr wenig veröffentlicht wurde,  stütze ich mich bei meinem Kurzüberblick im Wesentlichen auf die beiden folgenden Bücher: Gâd-al-Haqq Alî Gâ-al-Haqq: “Künstliche Befruchtung” in: Moderne Medizin und Islamische Ethik, Thomas Eich (Hg./Übers.)und Ormi Rey-Stocker: ” Anfang und Ende des menschlichen Lebens aus der Sicht der Medizin und der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam“.

Auch kann ich leider nur mit einer deutschen Übersetzung des Qur’ans arbeiten, was dazu führt, dass ich eventuelle Wortvarianten und Übersetzungsmöglichkeiten bei der Beurteilung nicht eigenständig durchführen kann, sondern mich ausschließlich auf die Interpretation des Übersetzers verlassen musste.

Die herangezogenen Fatwas sind mir als Beispielhaft empfohlen worden, oder wurden im Rahmen der Fußnoten in den von mir verwendeten Quellen erwähnt. Dieser Text entstand für ein Seminar in der Uni, um einen kurzen Einblick zu gewinnen. Er stellt nicht die volle Breite des Diskussion dar. Viel mehr ist er die Ausgangsbasis für weitere, tiefergehende Diskussionen. Ich empfehle, auch die Fussnoten am Ende zu lesen :-)

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ein teil meiner jugend

es gibt morgende, an dem das erste, was man wahrnimmt, einem bestätigt, dass man alt wird. so einen morgen hatte ich heute. die erste nachricht, die aus meinem radiowecker zu mir drang, war die todesmeldung von michael jackson. nicht, dass ich dadurch schneller wach wurde, aber in meinen gehirnwindungen blitzten doch die einen oder anderen momente auf, die ich mit seiner musik in verbindung bringe.

ich weiss noch genau wo ich zum ersten mal thriller gehört habe und sofort von meinem cousin eine kopie der kassette erbettelt habe, meine erste cd war natürlich auch thriller (neben dem album von den toten hosen (ich war noch nie musikalisch konsequent), mein erstes open air konzert war natürlich auch das von michael jackson in frankfurt (bei sch… wetter).

heute vormittag habe ich dann erst einmal wieder die cds aufgelegt. es ist schon beeindruckend, wie ein musiker einen über jahre begleitet hat, auch wenn man kein super-fan war/ist.

ein teil meiner jugend war seine musik und deswegen ist es schade, dass nichts mehr neues von michael jackson kam und nun auch nicht mehr kommen kann. sein “alterswerk” wäre bestimmt genial geworden.

Ist der Iran auf dem Weg zur Revolution?

gestern habe ich als statusmeldung in facebook folgenden text eingegeben:

Adrian Michael Schell fragt sich, wie die Iran-Euphorie zu bewerten ist, die gerade um sich greift. Glaubt den wirklich jemand, dass sich die grundsätzliche Haltung des Irans, z.B. gegenüber Israel, ändern wird. Zudem befürchte ich, dass Mir Hossein Mussawi nur eine Spielfigur im Machtstreben anderer ist.

erste rektionen hierzu erhielt ich über nacht:

S***: Ich glaube auch, da wird so einiges verwechselt…andererseits steht zu hoffen, dass Moussavi jetzt nach den Protesten fuer einen umfassenderen Wandel steht.

C***: Glaubt Ihr, die Demonstranten gehen nur noch für Mousawi auf die Straße? Da geht es doch grundsätzlich darum, dass das System die Menschen an der kurzen Leine hält… Um Mousawi könnte man sich später immer noch kümmern ;-)

M***: Oh Adi, das schätzt du leider falsch ein. Die Faszination liegt in der Nutzung der neuen Medien gegen eine Diktatur. Ein Großteil der Demonstranten will nicht Mussawi, sondern einen Regimewechsel. Mousawi gehört zum System, ist aber Reformer wie Chatami. hat Chatami Israel jemals mit Vernichtung gedroht? Diese Proteste finden u.a auch statt, weil Obama mit seiner Respect-Politik den Mullahs ihr liebstes Feindbild geraubt hat. Wenn die Mullahs und die Bombe als Israels “größte Bedrohung” verschwinden, hat auch Israel bessere Chancen für eine ehrliche Friedenspolitik ohne Rechtsextremisten wie Netanjahu und Lieberman, die auch nur aufgrund der geschürten Ängste regieren.

J***: zunächst mal: es kann nur besser werden. Und dann ist die Position Moussavis zu Israel und zur Shoa schon eine andere. Allerdings bin ich auch der Meinung, daß Scharfmacher wie Lieberman kaum das Recht haben, mit dem Finger auf andere zu zeigen – wenn sich die Situation für Israel nicht grundsätzlich ändern wird, liegt das auch an ihnen. Aber man wird sehen, was die nächsten Monate bringen – vielleicht nutzt Netanyahu ja die Gunst der Stunde und eröffnet Friedensgespräche mit Syrien, das wäre das klügste, was er jetzt tun könnte.

M***: …an den Mullahs hängen u.a Hamas und Hisbollah. Wenn die Unterstützung weg fällt, wäre das für Netanjahu ein schlimmer Tag. Er wäre gezwungen von seiner rassistischen und frevelhaften Politik abzuweichen und könnte von Obama zum Frieden gezwungen werden. Glaub mir, wenn Ahmadinedschad fällt, dann fällt auch Nasrallah.

S***: Jeder Spielt seinen Pion, wer den Zug vorher ahnt hat vorgesorgt, wer nicht muss sich in acht nehmen. Dieses Spiel in Iran wurde schon vor Jahren gespielt, jetzt wiederholt sich die sache, nur jetzt wurden die Zügeln in andere Hände gegeben. Ich bin mir sicher das in diese Region nur ruhe Herschen wird wenn andere Ihre Finger von dieser Region lassen.

M***: Bei den Demonstrationen geht es ja um Fragen wie: Wo ist meine Stimme. Es geht um das Menschenrecht auf freie Wahlen und die Möglichkeit, demonstrieren zu können ohne gehindert, verletzt oder gar umgebracht zu werden. und die eigene Geschichte hat mir bewusst gemacht, wie wichtig das ist. Ich glaube, niemand ist so naiv zu denken, dass sich im Iran grundsetzlich etwas ändert. Aber selbst die berühmten kleinen Tropfen auf dem heißen Stein werden mal zu einem Fluß. Die ” Iran-Euphorie” ist eigentlich, so denke ich, vor allem ein Zeichen der Solidarität mit den Leuten auf der Straße. Man muss sich schon sehr stark Reformen wünschen um unter diesen Umständen noch auf die Straße zu gehen, ich kann nur hoffen, den gleichen Mut zu haben.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

die rektionen helfen mir, eure gründe für die solidarität zu verstehen und selbstverständlich teile ich diese. die bilder sind erschreckend und sind kaum auszuhalten. sie sind ein guter beweis dafür, dass es sich im iran nur um eine pseudodemokratie handelt, die sofort zuschlägt, sobald sie die kontrolle zu verlieren scheint. wie viele andere glaube ich auch, dass eine veränderung NUR aus dem system heraus kommen kann. wer auch immer veränderungen will, muss verbündete in den bestehenden strukturen haben, die ihn stützen und ggf. die lage beruhigen.

beunruhigend war für mich aber eine analyse, in den gestrigen tagesthemen , die einen blick auf die “verbündeten” von mussawi freigab: “einige großajatollahs wollen wieder mehr macht; weg von der zentralen machtposition des präsidenten”. mussawi könnte daher wirklich nur eine spielfigur im schachspiel einiger älterer männer sein und meine angst besteht weiterhin vor einer zunehmenden islamischen fundamentalisierung. der preis für die revolution könnte genau dies sein.

ich bin zu weit weg und kenne mich zu wenig aus, um wirklich die lage auch nur annähernd einschätzen zu können. vom bauchgefühl her kann ich aber sagen, dass meine erwartungen nicht groß sind.

*** NACHTRAG *** – Weitere Reaktionen von meiner Facebook-Seite:

N***: oh mann!! den demonstranten geht es doch nicht um Mousawi! sondern um den Sturtz des Regiemes!! darum gibt es diese Euphorie! wenn das gelingt ändert dies schlagartig die Situation nicht nur im Iran, sondern im gesamten Nahen Osten!. Wer -außer den westlischen Medien – spricht denn von Mousawi? der wäre ja nur ne zweite Marionette des Regimes! das ganze wollen sie weg haben. der kleiner azzari der gerade herumspukt, ist doch nichts anderes als ein regime-kasperl. seit 1979 terrorisieren die Mullahs die Bevölkerung, wie die deppen nun heißen ist doch einerlei..

J***: ich bin mir ziemlich sicher, daß es den Leuten auch um Moussavi geht. Als Anlaß und als Führungsfigur. Wenn Moussavi überlebt und sich tatsächlich was ändert, wird er eine wichtige Rolle spielen. Ob er aus seiner Rolle als Revolutionär dann noch heraus kann, ist eine andere Sache. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, daß sich das System von innen heraus transformieren und erneuern wird, erste Anzeichen dazu sind da. Eine säkulare Demokratie wird Iran sicher nicht werden – ob das von der Bevölkerung gewünscht ist, halte ich auch für sehr zweifelhaft. Und – meiner beschiedenen Meinung nach – ist das auch nicht notwendig.

J***: Mousawi will keine grundsätzliche Änderung. Er wurde gegen seinen Willen zu einer Symbolfigur einer Demokratiebewegung, die er so nicht haben wollte und diese Bewegung will zwischenzeitlich mehr, als nur eine Neuauszählung der Stimmen.

The role of the rabbi

Zur Zeit habe ich leider sehr wenig Zeit, um hier länger zu schreiben. Gerne würde ich Euch von den beiden Konferenzen berichten, die ich in der vergangenen Woche in Jerusalem besucht habe, aber, da das Semester in fünf Wochen beendet sein wird, rufen viele Hausarbeiten und Papers, die noch geschrieben werden müssen und diverse Prüfungen, für die ich lernen möchte. Ganz will ich mich aber nicht ausblenden und werde weiterhin das eine oder andere hier posten. Und der Bericht über Jerusalem kommt auch noch.

Die Fragestellung, welche Rolle ein Rabbiner / eine Rabbinerin einnehmen sollte, habe ich schon mehrfach hier im Blog angerissen, Chajm auf Sprachkasse.de ebenfalls und bei Yoav war auch vor kurzem etwas dazu veröffentlicht. Heute gab es zwei Beiträge auf Eilu V’eilu, einem wöchentlichen Online-Unterrichts-Newsletter der Union for Reform Judaism.

Hier Beitrag 1:

What is the role of the rabbi in our congregations today?

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שבת שלום

שבת שלום

שבת שלום

Your Home

Your Home

Grüße aus Jerusalem

Entdeckt auf: http://www.blameitonthevoices.com (Dank an Ingo W.)

Entdeckt auf: http://www.blameitonthevoices.com (Dank an Ingo W.)

About Obama …

Watch What He Says and Does, Not What Others Say About Him
by Rabbi Ira Youdovin

Seeds of distrust sown during the last presidential campaign are bearing bitter fruit as President Obama begins fashioning a new American role in resolving the Israel-Palestine conflict, and the threat of a nuclear Iran.

Folks working against Mr. Obama’s election spread rumors that he is a secret Muslim (after all, his middle name is Hussein!), and that associations with the likes of Rashid Khalidi and Bill Ayers while he was in Chicago reveal a strong antagonism toward Israel. Neither of these canards is anywhere close to reality. Obama is a Christian (albeit for some years with an anti-Israel pastor). And his personal, political and financial ties with Chicago’s Jewish community are stronger than occasional conversations with the other side. At days end, the rumor campaign failed to persuade many Jews; 78 percent voted for Obama. But slander has an unfortunate way of taking root and hanging on.

Much of what Obama and his people have said and done during the past few weeks is open to interpretation, or “spinning” in politicospeak. In this regard, he differs markedly from his predecessor, who tended toward bluntness and hyperbolic phrases like “Axis of Evil.” For example, in his Cairo speech, the president said “The United States does not accept the legitimacy of continued Israeli settlements. This construction violates previous agreements and undermines efforts to achieve peace. It is time for these settlements to stop.”

How does one understand this? Did the president mean that Israel must stop building new settlements and/or expanding existing ones? Does he want long-standing settlements dismantled, or only the ones built more recently in violation of Israeli law? Undoubtedly, the ambiguity was deliberate and commendable. It allows for wiggle room and thus provides a context for negotiation. But it is red meat for the spinmeisters who have rushed in to parse Obama’s words in accordance with their preconceived notions of the man and his policies. And too often, what we are hearing is an exceedingly dim, sometimes alarmist, assessment of where he stands on the Israeli-Palestinian conflict. As former Bush speechwriter Noam Neusner rhetorically asked in a recent column for The Forward, “was the Right right about Obama?”

Was it? Every American president in recent memory, including George W. Bush, has opposed Israeli expansionism. The difference is that the incumbent appears to be serious about it. But it is utterly irresponsible to accuse him of seeking to make Judea and Samaria Judenrein when so little is known of his actual intentions, and, more importantly, when nothing in his record supports this draconian, prejudicial conclusion. Moreover, a poll taken soon after the Cairo speech by the Israeli newspaper Yediot Aharonot found that a majority of Israelis support a settlement freeze at this time. Obama may be out of step with the Netanyahu government. But he is in step with the Israeli people.

The same can be said of the president’s advocating an independent Palestinian state, which, it is suggested, sets up a confrontation with Israel. Does it? Israel has long been officially committed to a two-state solution. At the 2007 Annapolis Conference, its representatives signed a joint statement, read aloud by President Bush: “We agreed to immediately launch good faith, bilateral negotiations in order to conclude a peace treaty resolving all outstanding issues, including core issues, without exception,” and that, “The final peace settlement will establish Palestine as a homeland for the Palestinian people just as Israel is the homeland for the Jewish people.”

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Empfang der Shabbat Braut

JICA-EINLADUNG

Studentenkonzert des Jewish Institute of Cantorial Arts

Die Kantorenstudenten laden Sie herzlich zu ihrem ersten Studentenkonzert

Empfang der Shabbat Braut
am Sonntag, den 14. Juni 2009, um 18:00 Uhr
in das Jüdische Gemeindehaus, Fasanenstraße 79/80, 10623 Berlin
,

ein.

Solisten: Juval Porat, Alexander Zakharenko und Nikola David

Atara – Chor des Jewish Institute of Cantorial Arts

Dirigentin: Varda Seelig

Orgel und Klavier: Mirlan Kasymaliev

Juval Porat wird sein Abschlusskonzert zum Thema seiner Arbeit: “Zur musikalischen Entwicklung des Abendgebets für Schabbat in Deutschland vom 17. Jahrhundert bis zu unserer Zeit“ präsentieren.

Studierende des JICA präsentieren israelische Kunstmusik

Eintritt frei!

Jewish Institute for Cantorial Arts • sacredmusic.eu

Introducing America’s First Black, Female Rabbi

dass vor wenigen tagen orthodoxe rabbiner in münchen ordiniert werden und in gut einer woche drei meiner kommilitonen des geiger kollegs hier in berlin sind gute nachrichten und es freut mich, dass es immer mehr rabbiner in deutschland gibt, die in ihr amt eingeführt werden. nicht verschweigen will ich auch, dass neben den rabbinern auch der erste kantor in die arbeitswelt entlassen wird. juval [hier sein blog] ist damit der erste absolvent des kantorenzweiges unseres rabbinerseminares. nicht unbedeutend, finde ich.

unsere 5 neuen rabbiner und der erste kantor genießen zurecht eine große aufmerksamkeit und die historische dimension die ihre ausbildung und ordination trägt, wird dieser tage wieder und wieder betont, so dass ein anderes ereignis fast untergegangen wäre (zumindes bei mir), gäbe es nicht liebe freunde, diverse netzwerke und google news alert, die mich über die “erste ordnination einer afro-amerikanerin zur rabbinerin” informiert hätten.

die erste afro-amerikanische rabbinerin

die erste afro-amerikanische rabbinerin: alysa stanton

Alysa Stanton, 45, wurde am letzten wochenende in cincinatti durch das HUC ordniert.

über 500 einträge ergibt die news-suche bei google (und bei twitter hier). lest einfach in den einen oder anderen artikel rein. alysa santon scheint mir eine interessante frau zu sein und ich beglückwünsche sie von hier aus. MAZAL TOV

hier die original berichterstattung des hebrew union colleges:

Alysa Stanton – First African-American Woman in the World to Be Ordained a Rabbi – at HUC-JIR’s Ordination Ceremonies in Cincinnati

Alysa Stanton, the first African-American woman in the world ever to be ordained a rabbi, will be ordained by Rabbi David Ellenson, President of Hebrew Union College-Jewish Institute of Religion (HUC-JIR), on Saturday, June 6th at 9 am at Cincinnati’s landmark Plum Street Temple.  She will be among 14 new rabbis (10 women, 4 men) who will be ordained in Cincinnati and one of the 43 rabbinical graduates of the Class of 2009 (30 women, 13 men) at HUC-JIR’s ordination convocations at its stateside campuses in New York, Los Angeles, and Cincinnati during this 134th academic year.

Rabbi Ellenson said, “Alysa Stanton’s history-making journey reflects her profound commitment to Jewish learning and leadership.  She brings to her rabbinate an infinite capacity for human understanding and pastoral care, as well as a passionate commitment to building a sacred, inclusive community.  She and her classmates of the Class of 2009 emerge from the College-Institute imbued with leadership skills, steeped in knowledge, strengthened by a commitment to service, and dedicated to bringing hope and healing to our troubled world.  As they touch the lives of others through their sacred work as rabbis, cantors, educators, communal professionals, scholars, and pastoral care-givers throughout North America and around the world, they will be a source of inspiration and guidance.”

Alysa Stanton says, “I am honored to be a visual presence of the ‘new face’ of Judaism in an era for deepening our faith in humanity and strengthening our faith as Jews. My goals as a rabbi are to break down barriers, build bridges, and provide hope.  I look forward to being the spiritual leader of an inclusive sacred community that welcomes and engages all.”

On August 1, 2009, she will become the rabbi of Congregation Bayt Shalom in Greenville, North Carolina – a Conservative congregation of 53 families that recently became dually affiliated with the Reform movement. She is the proud mother of an adopted 14-year old daughter, Shana.

According to the Institute for Jewish and Community Research, at least 20% of American Jews (300,000-400,000) are racially and ethnically diverse by birth and by the portals of conversion and adoption.  Approximately 20,000-30,000 marriages between Jews and African-Americans grew out of the civil rights movement. This diversity, reflecting the variety and richness of Jewish heritage, is embraced by the Reform Movement of Judaism, with its commitment to inclusivity.

Alysa Stanton entered HUC-JIR’s rabbinical program in 2002 after a career as a licensed psychotherapist in trauma and grief.  A native of Cleveland, Ohio, Stanton and her family moved to Lakewood, Colorado at the age of eleven.  She comes from a Pentecostal Christian home, but started her own spiritual quest at the age of nine. She converted to Judaism over twenty years ago during her college years, driving 144 miles each week to study with a Conservative rabbi in an Orthodox synagogue.  This focused determination culminated with a traditional conversion in 1987.  She completed her first year at HUC-JIR’s campus in Jerusalem, followed by studies at HUC-JIR’s Cincinnati campus.

As a student rabbi, she preached, taught, and applied Jewish tradition to lifecycle rituals and contemporary issues, and promoted interfaith and intracultural dialogue in Reform congregations and communities throughout the United States, including Piqua and Portsmouth, Ohio; Columbus, Indiana; Dothan, Alabama; Petoskey, Michigan; Williamson, West Virginia; and Grand Forks, North Dakota.  Her rabbinical training included Clinical Pastoral Education at Christ Hospital in Cincinnati.  She joined Crossroads Hospice in Blue Ash, Ohio, where she served as its Jewish Chaplain, and her rabbinical thesis provided a biographical overview of Rabbi Edgar Magnin, one of the leading Reform rabbis of Southern California.

Prior to HUC-JIR, Stanton studied social psychology, neuro-psychology, and interpersonal relationships at Lancaster University in England (1983-84), received the B.S. in Psychology (1988) and M.Ed. in Counseling and Multiculturalism (1992) from Colorado State University, and Professional Counselor Licensure (1998).  She will receive the M.A. in Hebrew Letters from HUC-JIR on June 7th at Graduation Ceremonies.

Juden in der Bundeswehr

Soldaten---Pro-Contra

Jüdische Allgemeine, Ausg. 21/2009 S. 11

vor knapp zwei wochen war in der jüdischen allgemeinen ein pro und contra zu der frage, ob jüdinnen und juden in der bundeswehr dienen sollten oder eben nicht. [hier nachzulesen]

ich habe schon mehrfach darüber nachgedacht. nicht nur, weil der direktor unseres kollegs ein recht aktiver reserveoffizier der bundeswehr ist und man ihn ab und an in uniform am kolleg antreffen kann, sondern weil sie, die bundeswehr, teil der deutschen umwelt ist, in der ich lebe. die bundeswehr spielt in vielen tages- und grundsatzpolitischen disskussionen eine wichtige rolle.

wie religiös kann man als nicht-christ innerhalb der bundeswehr leben?

bevor ich mich der inhaltlichen frage zuwende,will ich erst einmal einen kleinen schritt nach hinten machen, um einen überblick über die technischen fragen zu bekommen, die eine volle bundeswehrbeteiligung von jüdinnen und juden m. E. determinieren. ich war erfreut in den beiden stellungnahmen zu lesen, dass koscheres essen für juden zur verfügung steht, dass shabbat dienstfrei ist und, dass die feiertage als urlaubstage genommen werden können. dies sind drei von vielen grundvoraussetzungen, die meiner meinung nach einfach gegeben sein müssen. nicht das ich glaube, dass es viele gibt, die shomer kashrut/shabbat sind und zur bundeswehr wollen, aber (!) es wäre doch schade, würde eine solche beteiligung an diesen, eher logistischen, fragen scheitern.

ein freund, der bei der bundeswehr gedient hat, berichtete mir noch von zeiten, in denen dies alles nicht so war. die anfrage nach einer “spirituellen begleitung” wurde damit beantwortet, dass man sich ja an den katholischen militär-kaplan wenden könne. das argument, es gebe zu wenige jüdinnen und juden in der bundeswehr, um einen militärrabbiner einstellen zu können, ist meiner meinung nach ein verkehrter zirkelschluss. es könnte mehr jüdische rekruten geben, wenn es rabbiner in der armee gäbe.

kosheres essen und die einhaltung von feiertagen ist wichtig, aber ich bin noch nicht ganz überzeugt, ob die bundewsehranweisungen in ihrer gesamtheit einmal komplett auf ihre tauglichkeit für jüdische angehörige der bundeswehr durchgegangen wurden. innermilitärische schulungen wünsche ich mir ebenfalls. eine antwort, man könne doch zum katholischen geistlichen gehen, spricht weniger für ein versagen einer diensttordung, als für unwissen. judentum ist erstaunlicher weise keine nebenform des christentums.  ganz nebenbei: diese forderung kann sicher 1:1 von muslimen unterschrieben werden, wahrscheinlich ist der aufklärungsbedarf und der bedarf an geistlicher betreuung um einiges höher.

kind der “generation friedensbewegung”

nun wieder ein schritt vorwärts, rein in die eigentliche fragestellung. um keine missverständnisse aufkommen zu lassen. die schaffung “technischer voraussetzungen” beantwortet noch lange nicht, ob ich mir einen dienst von juden in der bundeswehr vorstellen kann, oder nicht. als kind der “generation friedensbewegung” bin ich in erster linie pazifist. als deutscher lebe ich in einem land, in dem ich mich sehr sicher fühle. ich glaube nicht an eine bedrohung, der eine klassische armee entgegentreten könnte. (nebenbei: ich spreche mich nicht grundsätzlich gegen armeen aus. israels armee ist ein gutes beispiel für eine landesverteidigung, deren notwendigkeit absolut gegeben ist; eine bedrohung wie sie israel, gibt es in deutschland jedoch nicht.)

der bedrohungen, der wir mehr oder weniger stark hier in deutschland ausgesetzt sind (terror), kann und darf nicht durch eine armee entgegnet werden. unsere geschichte ist ein denkmal dafür, dass polizeiaufgaben durch die polizei wahrgenommen werden muss. die gewaltenteilung muss klar bleiben und ich bin davon überzeugt, dass die derzeitige zuschreibungen der ausübung von gewalt gut so ist, wie sie ist.

mit diesen zwei weiteren vorbemerkungen sind wir bei der eigentlichen fragestellung: welche aufgabe hat die bundeswehr/ bzw. sollte sie haben? und ist es sinnvoll/ angemessen/ möglich /…, dass juden sich an den aufgaben beteiligen? bevor wir die zweite frage auch nur ansatzweise mit ja beantwortet werden kann, sei dies ganz klar gesagt: ohne, dass sich jüdinnen und juden (aus deutschland) an der debatte über die aufgaben der bundeswehr beteiligen, ist eine aktive teilnahme am dienst der bundeswehr von vornherein nicht angebracht und möglich. alle gesellschaftlichen gruppierungen in deutschland haben nicht nur das recht, sondern auch die pflicht, sich an dem gesellschaftlichen diskurs um die ausgestaltung der aufgaben der bundeswehr zu beteiligen.

eine frage des gewissens

wenn uns also ein junger mann, der den einberufungsbefehl erhalten hat, fragt, was er tun soll, dann müssen wir uns überlegen, ob wir ihn guten gewissens in diese bundeswehr gehen lassen können, oder nicht. wie stehen wir zu der frage, ob die bundeswehr in afganistan aufgaben übernehmen soll oder nicht, was ist mit somalia, was ist mit grenzsicherungen?

die bundeswehr als teil eines internationalen, friedenssichernden verbandes ist etwas, an das ich glaube. wenn deutsche soldaten den aufbau von schulen, polizeistationen, krankenhäusern usw. schützt, bis dies durch lokale sicherheitskräfte übernommen werden kann, dann entspricht dies meiner vorstellung einer aufgabenstellung. der debatte, ob der afganistan-krieg, als auslöser des derzeitigen einsatzes, sinnvoll war oder nicht, kann und will ich mich an dieser stelle nicht stellen, da sie im moment zu weit führen würde, aber dauerhaft entziehen kann und will ich mich ihr nicht. in diesem moment

ich stehe auch einem einsatz der bundeswehr an den grenzen israels nicht entgegen. wenn es zu einem friedensplan zwischen dem staat israel und den palästinensern kommen sollte, dann könnten deutsche blauhelme die grenzen sichern. die jüngste, demokratische geschichte der deutschen armee überzeugt mich, dass ein solcher einsatz  möglich sein kann und vielleicht auch muss. es gibt durchaus legitime forderungen, die besagen, dass ein solcher einsatz auch dann gerechtfertigt sei, wenn kein einziger jude, wenn keine einzige jüdin dienst in der bundeswehrt leisten würde. so sagt z.B. amos oz, dass die bundesrepublik eine moralische verpflichtung hat, israel auch militärisch zu schützen. (Israel und Deutschland: Vierzig Jahre nach Aufnahme diplomatischer Beziehungen , Suhrkamp Verlag 2005)

zusammenfassend: die frage, ob ein junger man, oder eine frau, zur bundeswehr geht oder nicht, ist meines erachtens keine halachische (zumindest darf sie das nicht sein, wenn die rahmenbedingungen gegeben sind), sondern eine des gewissens, so wie für jeden anderen bundesbürger auch. wir als jüdische gemeinschaft sollten diesen entscheidungsprozess konstruktiv begleitet. und dabei sollte es keine tabus geben. die frage, ob jüdinnen und juden in der bundeswehr dienen sollten/sollen, ist legitim und genauso wichtig und legitim ist die frage, wie weit sich die bundeswehr ihrer eigenen vergangenheit gestellt hat? fragen, denen wir uns vielleicht in einer diskussion (auf dieser site) nähern können ?!